Friedensforschung an der Uni Innsbruck

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Der Masterstudiengang für Frieden, Entwicklung, Sicherheit und Internationale Konflikttransformation wurde im Jahr 2001 geschaffen. Prof. Dr. Wolfgang Dietrich hat diesen Masterstudiengang gemeinsam mit Studierenden und Lehrenden aus aller Welt entwickelt und war bis 2021 Direktor des Programms. Professor Dietrich ist außerdem Inhaber des UNESCO Lehrstuhls für Peace Studies an der Universität Innsbruck. Seit 2021 ist Andreas Oberprantacher akademischer Direktor des Masterstudiengangs.

Encouraging Many Peaces: Die vielen Frieden unterstützen – Die Philosophie des Programms

Die Philosophie des Masterprogramms basiert auf dem Verständnis der vielen Frieden, laut der es so viele Verständnisse von Frieden wie menschliche Interpretationen davon gibt. Die daraus entwickelte transrationale Friedensphilosophie unterteilt diese in vier Friedensfamilien, die Orientierung in der Fülle menschlicher Komplexität geben können: energetische, moralische, moderne und postmoderne Friedensverständnisse. Keine dieser Frieden tritt isoliert auf, weswegen in Innsbruck ein Bewusstsein für die jeweiligen Potentiale sowie Schattenseiten erarbeitet, sowie Methoden zur Transformation dieser erlernt werden. Transrationale Frieden werden als dynamisches Equilibrium (Gleichgewicht) der vier Friedensfamilien erfahren. Die transrationalen Frieden schätzen und nutzen die Rationalität moderner Wissenschaft und greifen zugleich über die Ratio hinaus, wodurch sie die Ganzheitlichkeit der menschlichen Natur miteinbeziehen.

Ein essentielles Merkmal des Studiums ist es, die unterschiedlichen Interpretationen von Frieden und die damit verbundenen Weltanschauungen kennenzulernen. Diese Vielfalt an Perspektiven und Erfahrungen ist nur durch eine international ausgerichtete Studiengruppe möglich, die gegenseitiges Lernen und das Teilen von Erfahrungen ermöglicht. Es ist uns sehr wichtig, Menschen aus der ganzen Welt eine Teilnahme zu ermöglichen, um systematische Ausgrenzungen durch wirtschaftliche Benachteiligung zu vermindern und ein gemeinsames Lernen zu fördern. Gerade deswegen basiert das exzellente und fortschrittliche Lehrkonzept des Masterstudienganges auf den Prinzipien der Interkulturalität, Interdisziplinarität und Selbstwahrnehmung durch die Reflexion der eigenen Erfahrungen.

Als Studierende des Masterprogramms erfahren und leben wir all diese Prinzipien in jedem Semester  innerhalb unserer internationalen Gruppe: Wir leben und lernen für acht Wochen zusammen mit 30-40 anderen Studierenden, teilen unsere Zimmer, essen gemeinsam und haben einen straffen Zeitplan, der rund um die Uhr all unseren Einsatz und eine hohe Motivation voraussetzt.  Konflikte als natürliche Konsequenz des engen Zusammenlebens sowie -arbeitens unter oft stressigen Bedingungen sind gewollt – denn sie bieten Transformationspotential. Die Vielfältigkeit der Gruppe bietet uns dabei eine wertvolle Lernmöglichkeit, da sie ein umfassendes Maß an Flexibilität, sowie Offenheit für Kommunikation und aktives Zuhören erfordert.

Wir erfahren die vielen Frieden also nicht nur in Diskussionen und Gruppenarbeit, in Vorlesungen, Seminaren und Workshops, sondern auch im Wohnzimmer und während der gemeinsamen Mahlzeiten. Dabei lernen wir nicht nur über Frieden, sondern wir lernen vielmehr Frieden zu leben.

Weitere Informationen finden Sie unter

https://www.uibk.ac.at/peacestudies/ma-program/about/

und

https://www.uibk.ac.at/peacestudies/ecm/introduction/

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